Sie sind nicht angemeldet.

RepData Webshop - Hier gibt's die Ersatzteile
Neue Seite 1

Hier geht's zum Shop

 

Künki

Profi

  • »Künki« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 636

Wohnort: Rhein-Main Gebiet

Beruf: Entwicklungsingenieur Studiotechnik

  • Nachricht senden

1

Montag, 17. Oktober 2016, 10:53

Super ESR-Wert, schlechter DC-R ????

Hallo zusammen,

hatte am Wochenende einen "Akai AM 2600" Verstärker auf dem Tisch (1978, ist eigentlich ein Pioneer).

Fehler: Schutzschaltung aktiv. Einer der Transen in der Schutzschaltung wurde nicht korrekt angesteuert. Ursache: Glättungselko auf Versorgungsschiene in der Schutzschaltung. Jetzt das merkwürdige: diese Sanyo-Kondensatoren sind nicht, wie gewöhnlich, unten mit Gummi-Pfropfen verschlossen, sondern mit einer Art Epoxydharz komplett eingegossen (Bilder anbei). Wahrscheinlich hat man sich so ein "unendliches Kondensatorleben" versprochen. Jetzt kommt das, was ich nicht so ganz verstehe: mit dem ESR-Meter (ELV, ESR1), sind diese Kondensatoren im eingebauten- und ausgebauten Zustand ein "Traum", keine 2 Ohm und das nach 38 Jahren! ABER: messe ich mit meinem Metrawatt den DC-Widerstand, so ist der Wert nahezu konstant ein 2,2K-Widerstand, in jede Richtung, egal ob in der Schaltung oder auf dem Tisch. Das war auch der "Fehler", da mir der Kondensator diese Spannungsschiene einfach zu stark belastet hat.

Es will mir einfach nicht in die Birne, wie ein Kondensator, Widerstandmäßig mit AC gemessen, TOP sein kann, aber DC-R kompletter Mist ist.

Vielleicht kann mir ja einer von Euch den Knoten in meinem Kopf diesbezüglich lösen, und hier meine Wissenslücke füllen...

Vielen Dank schon mal im Voraus,

MfG Künki
»Künki« hat folgendes Bild angehängt:
  • Elkos.png
Plus auf Masse, das knallt klasse !!!!!!! ;)

Beiträge: 832

Wohnort: Wien

Beruf: Medizintechnik

  • Nachricht senden

2

Freitag, 21. Oktober 2016, 17:15

Schau mal nach wie lange er die Ladung hält. Bei AC spielt ein niederer DC Widerstand keine Rolle.

Künki

Profi

  • »Künki« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 636

Wohnort: Rhein-Main Gebiet

Beruf: Entwicklungsingenieur Studiotechnik

  • Nachricht senden

3

Montag, 24. Oktober 2016, 09:47

Hey, Danke für Deine Beteiligung an dem Beitrag :-)

Die Kondensatoren "halten" leider gar keine Ladung mehr. Sie haben noch genau 2 Eigenschaften:

1) Perfekter Durchlass bei AC (so ab ca. 10 Hz werden sie am Frequenzgenerator durchlässig, ab 50Hz kaum noch Dämpfung (Amplitude am Eingang nahezu Amplitude am Ausgang des Kondensators).

2) Stabile 2K2 bei DC

Versuche ich, den Kondensator parallel am Labornetzteil bei ca. 12V zu laden, so habe ich beim Einschaltmoment ca. 6mA auf dem Tacho, nach ca. 5 Minuten sind es dann knapp 5mA, wir auch nicht weniger und der Kondensator wird dabei Handwarm...

Ich habe spaßeshalber mal mein Labornetzteil , eingestellt auf 12V, Strombegrenzung raus, 5mm LED dran in Serie zum defekten Kondensator. Sonst nix. LED leuchtet gleichmäßig, Strom am Netzteil bei 12V DC ist konstant bei 5,5mA. Kondensator ist somit aus meiner Sicht ein DC-Widerstand mit etwa 2K2, was auch in etwa dem Messergebnis mit meinem MetraWatt im DC-Ohm-Bereich entspricht...

MfG Künki
Plus auf Masse, das knallt klasse !!!!!!! ;)

4

Freitag, 28. Oktober 2016, 09:34

Richtige Kondensatorenprüfer messen den (Blind-)Widerstand bei einer hohen Frequenz und messen auch den Gleichstromwiderstand.
Bei den ESR 1 hat man auf Letzteres verzichtet, weil ein DC-Feinschluss oder Kurzschluss relativ selten sind und das man zur Not auch mit den Multimeter prüfen kann, nach meiner Erfahrung.
Das ESR 1 misst einfach nur den Widerstand zwischen den Messspitzen mit Hilfe einer AC- Wechselspannung mit 60kHz, mehr nicht... Mit dieser Messart allein hat, mal als Beispiel, eine Drahtbrücke einen sensationellen niedrigen ESR und das selbst nach vielen Jahren. Ist also ein super "Elko" wenn sich auf die Anzeige des ESR 1 allein verlässt.

Die beiden defekten Elkos haben einen Feinschluss. Vielleicht zersetzt sich sich langsam das Dielektrikum im Kondensator und isoliert nicht mehr richtig. Man könnte jetzt einen intakten Elko nehmen und einen 2 kOhm Widerstand parallel schalten, das ist ungefähr das Gleiche. Das ist wohl nicht in dem Sinne des Erfinders, da die Kondensatoren idealerweise gar keinen Gleichstrom leiten dürfen, wenn sie mal geladen sind.
Ein Schluss beeinflusst auch den ESR- Wert, er wird dadurch geringer. Wobei ein 2kOhm Feinschluss bei den üblichen Blindwiderstände von paar Ohm kaum einen merklichen Einfluss haben dürfte. ( Widerstandgesetz in der Parallelschaltung : Feinschlusswiderstand parallel Blindwiderstand)

Was die verkapselten Kondensatoren angeht : hier gibt derzeit eine Diskussion über Giftstoffe in Kondensatoren im HIFI-Forum.
Eventuell haben diese Elkos auch ein extrem giftiges Innenleben und wurden deshalb abgedichtet.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-185-14022.html
Alle Leute die an alten Geräte arbeiten sollten davon Kenntnis haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Möhre« (28. Oktober 2016, 09:44)


Künki

Profi

  • »Künki« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 636

Wohnort: Rhein-Main Gebiet

Beruf: Entwicklungsingenieur Studiotechnik

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 1. November 2016, 17:56

Hey, Danke für den Denkanstoß mit dem PCB. Wie ich das sehe ist das vom Aufbau her aber in den DC-Elkos bauarttechnisch nicht vorhanden... könnte aber, wenn ich mir den Link von Dir so ansehe, in manchen Fällen doch schon mal in sehr geringen Dosen durchaus vorkommen...

Ich habe die Dinger nun mal in die Kiste für das Schadstoffmobil dazu gepackt, sowie meine Sammlung aus 1964/1965 mit messtechnisch hervorragenden Waschmaschinenkondensatoren/Leuchtstofflampenkondensatoren/Anlaufkondensatoren. Was mir auch nicht bewusst war: von der Schütte mit LS-Startern im Alugehäuse sollte ich mich dann auch zeitnah verabschieden...

Wie gesagt, danke für den Link :-)

MfG Künki
Plus auf Masse, das knallt klasse !!!!!!! ;)

Thema bewerten