Vertikale Streifen und verfärbtes Bild bei einem JVC LT-42S90BU

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und hoffe einen Tipp zum meinem Fernseher-Patienten zu bekommen.

    Seit vorgestern hat das Bild plötzlich vertikale Streifen und die Farben erscheinen eher blass. Bis auf grün, pink- und lila-Töne, die erscheinen eher grell. Wenn sich etwas dunkles vor einem hellen Hintergrund bewegt, sieht man den dunkeln Teil als Schweif. Auch angezeigte Schrift scheint sich wie kurz "einzubrennen".

    Ein- und Ausgeschaltet habe ich natürlich schon. Ein fehlerhaftes Signal vom Receiver lässt sich ausschließen, da das Phänomen auch ganz ohne Signal im Fernseher-Menü sichtbar ist.


    Ich hab schon einiges gelesen und erkannt, dass defekte Panel einen Totalschaden bedeuten, Mainbord oder T-con aber getauscht werden können. Ich hab zwar elektritschnische Einsteigererfahrung, von LCD Ferseher-Technik habe ich aber leider wenige Ahnung.


    Deshalb jetzt meine Frage an euch: Habt ihr sowas schonmal gesehen? Könnt ihr den Fehler irgendwie einordnen? Oder auch was ausschließen?


    Ja, der Fernsehr ist 12 Jahre alt und sicher nichts mehr wert. Wenn aber nur eine Platine getauscht werden muss und dann ist alles tutti, wäre es mir das wert.

    Dehalb würde ich mich über gut gemeinte Nachrichten sehr freuen!


    Bis dahin

    MaryLou

  • Hallo HermannS,


    vielen Dank für deine schnelle Antwort. Waagerechte Striche gibt es wenn dann nur, wenn eine Infobox offen ist.

    Was würde es denn bedeuten, wenn eine Versorungsspannung fürs Panel nicht stimmt. Ist da dann z. B. ein Kontakt gelöst und man kann das wieder richten?

  • Welches Panel ist verbaut?

    Mach mal Bilder vom Innenleben

    Wird wohl was mit dem Panel sein so in der Art „AS15“ oder gleichartigen Chip wegen dem Ghosting.

    DasGeld liegtauf der Strasse .-) man muss es nur mitnehmem :-))

  • Sodela, hab für euch paar Bilder gemacht. Ihr könnt bestimmt besser indentifizieren was da was ist ;-) Sagt mir gerne nochmal, wenn ihr eine andere Detailansicht noch braucht.

    Es ist auch ein Aufkleber drin, auf dem steht:

    • QLD0547-001 48104419 (Vielleicht das Panel?)


    Noch 3 neue Infos:

    • Der Patient und ich haben eben einen Ausflug in ein Repair Café gemacht. Der nette Herr dort meinte, dass warscheinlich was am Speicher und/oder mit der Signalaufbereitung ist.
    • Das Bild klopfempfindlich.
    • Rücksetzten auf Werkseinstellung hat nichts verändert.

    Was sagt ihr dazu?

  • Das ist ja noch ein richtig alter mit ganz dickem Panel.

    So die ersten günstigen wo die Röhre so langsam ausstarb.

    Das Bild vom T-Con fehlt leider das wäre eine Etage tiefer.

    Die Platine unter dem Blech.

    DasGeld liegtauf der Strasse .-) man muss es nur mitnehmem :-))

  • Der erinnert mich an die alten Philips-Panzer vor 2010. Mit extra Träger für die Platinen. Damals hat man diese noch nicht einfach aufs Panelblech geknallt. Das TCON ist oben, wo der breite Stecker durch das Loch in der Mitte sichtbar ist. Um da richtig dran zu kommen, muss der ganze Träger runter und dann der Blechdeckel vom TCON ab.


    A propos Stecker. Den mal abziehen (ist beidseitig verriegelt) und wieder anstecken kann auch nie schaden. Auch die andere Seite am grünen Mainboard.


    Die Diagnose mit dem Speicher ist ein Schmarrn. Wenn da was kaputt ist, gibt es Klötze und oder undurchsichtige Streifen. Nein, wir haben hier durchsichtige Streifen. Sowas gibts nur ganz am Ende der Kette. Dieser Fehler hat nichts mit Software und dem digitalen Teil der Verarbeitungskette zu tun.


    Klopfempfindlichkeit wo? Vorne am Rahmen? Auf bestimmte Platinen?

    Da wären weitere Tests gut:

    - Rahmen vorne packen und leicht verwinden.

    - Auf das grüne Mainboard mit dem Finger drücken. Das braune Netzteil nicht anfassen!

  • Da ist er ja, der Chip ihres Vertrauens. Der quadratische Käfer rechts oben. Wird der heiß? Ohne den Deckel drauf sollte sich das ermitteln lassen.

    Die T420HW01 und T370 TCONs hab ich schon x-mal in der Hand gehabt wegen dem. Nur das mit der Klopfempfindlichkeit will nicht recht dazu passen.


    Den Chip wechsel ich dir bei Bedarf für ein paar Tafeln Schoko plus Teilekosten. Müsste noch welche vorrätig haben.

  • Ich bin ja schon ein kleines bisschen stolz, dass er noch an geht, nachdem ich alles wieder zusammengeschraub hab.


    Zu den weiteren Tests:

    • Weiße Stellen erscheinen, wenn ich gegen die setlichen grünen Platinen klopfe
    • Aufs Mainboard klopfen/drücken macht nix.
    • Zwei Finger auf den Prozessor legen erzeugt manchmal ein schwarzes Bild.
    • Rahmen vewinden krieg ich alleine nicht besonders gut hin, konnte aber ein paar Helligkeitsspiele beobachten.
    • Beim Klopfen gegen den Rahmen seh ich "nur" oben in der Mitte weiße Stellen.
    • Klopfen gegen das Display mag er gar nicht, da wird's auch schon weiß.
    • Wenn ich mit leichten Druck mit dem Finger über das Display fahre, kann ich fast drauf schreiben.


    Kann ich noch was tun, was euch hilft mir zu helfen?

  • Also ich finde nicht, dass der quadratische Käfer recht oben übermäßig heiß wird. Bergleichbar mit dem Mainboard-Prozessor. Ich kann meinen kleinen Finder drauf liegen lassen. Macht es was, dass ich ohne Signal und so teste?

    Das große AUO-Ding in der Mitte wird heißer, da mag ich meinen Finger nicht lange drauf halten.

    Unten in dem Foro hab ich markiert, wo ich drauf gefasst hab. Nicht, dass du was anderes gemeint hast.


    Sehe gerade deinen Gauting/München-Ost-Footer. Ich könnte auch nächtest WE mal vorbei kommen, wohne in Garching...

  • Dass das Bild lokal weiß wird wenn man drauf drückt ist normal. Auch temporäre Flecken beim Verwinden sind ok. Wenn du beim Prozessor ein Pin erwischt, kann es schon sein, dass er kurz austickt.

    Warum was weiß wird, wenn du auf die Inverterplatinen links und recht klopfts, ist mir nicht klar. Kann aber nichts mit dem Bildfehler zu tun haben, weil die sind für die Beleuchtung zuständig. Also auch abhaken.


    Der Käfer sollte nicht so warm werden wie der Hauptprozessor. Badewasserwarm würde ich sagen. Signal ist keins notwendig zum Test. Alles zusammengesteckt und angeschaltet reicht. Jetzt wäre ein Multimeter recht, dann könntest du ihn ganz einfach durchmessen und wir hätten Klarheit über seinen Zustand.


    Das Gauting-Repair ist leider noch bis September außer Betrieb.

  • Na bombig. Die Messung geht so:

    Oberhalb von dem Chip ist eine lange Reihe von Testpunkten, die VGMA01 bis VGMA15 oder ähnlich heißen. Diese auf Gleichspannung messen (Plus). Minus irgendwo am Chassis anstecken. Dann gibt es noch irgendwo in der Nähe ein VREF. Das auch messen. Die Messreihe dann hier posten. Hilfreich wäre auch noch eine Detailaufnahme von dem Chip und den Messpunkten. Weil einige von denen nämlich 0V haben müssen, weil sie nicht verbunden sind, andere aber auf keinen Fall 0V haben dürfen.

  • So, beim 2. Mal aufmachen gings auch gleich viel schneller.

    Ich hab jetzt VGMA01-22 gemessen, weil es so viele gab. Nicht, dass einer fehlt. VREF hab ich nicht gefunden, dafür VGMA_REF und VZREF1. Ich hoffe, du kannst mit den Werten was anfangen. Sag Bescheid, wenn was fehlt und ich noch was messen kann. Detailbild im Anhang...


    Alle Werte in mV:


    VGMA01: 19,4

    VGMA02: 187

    VGMA03: 302,4

    VGMA04: 2260

    VGMA05: 3040

    VGMA06: 3960

    VGMA07: 4570

    VGMA08: 4860

    VGMA09: 6630

    VGMA10: 6830

    VGMA11: 6980

    VGMA12: 6380

    VGMA13: 6250

    VGMA14: 6070

    VGMA15: 4530

    VGMA16: 4270

    VGMA17: 3730

    VGMA18: 2920

    VGMA19: 2242

    VGMA20: 520

    VGMA21: 418

    VGMA22: 280

    VGMA_REF: 14400

    VZREF1: 2490


    Und Ihre Diagnose Herr Doktor?

  • Diagnose: es passt überhaupt nix :-D Die Werte müssen von 01 nach 22 auf VGMA_REF zugehen. Also von 0V auf 14.4V.

    Du kannst als Vergleich die REF_Fxx Punkte messen, die müssen 1:1 mit den VGMA übereinstimmen. Also REF_F15 = VGMA15. Es reichen vermutlich schon 15-19 als Test. Die schauen bereits sehr krumm aus.


    Mich wundert allerdings, dass keine 0V Löcher drin sind, weil da zwei Plätze für weitere Chips (Operationsverstärker) nicht belegt sind, die insgesamt 8 Spannungen bereitstellen würden. Der Chip alleine kann nur 15.


    Jetzt gib noch der Vollständigkeit halber die Bezeichnung von dem Chip durch. AS15F wäre mein Tipp. Gibt aber auch andere AS-Typen.

  • Ok, one more time...

    Ich hab die REFxx Stellen genommen, von den REF_Fxx gibt es nicht so viele. Scheint auch richtig zu sein.

    Sind die Abweichungen innerhalb der Toleranz?Auf dem Chip steht tatsächlich AS15-F... und weiter: 0810BG, 08113224 (bisschen unsicher, ist sehr schwer nur lesbar)

    Die Werte werden aber immer noch nicht höher sondern niedriger :-/




    VGMA15: 4,53
    VGMA16: 4,28
    VGMA17: 3,73
    VGMA18: 2,92
    VGMA19: 2,24
    REF15: 4,53
    REF16: 4,26
    REF17: 3,72
    REF18: 2,97
    REF19: 2,24