Merkur electronic Verstärker

  • Nun ja,

    wenn der Ruhestrom zu gering ist verzerrt die Endstufe bei geringer Lautstärke

    wenn der Ruhestom zu hoch ist wird zu viel Leistung verbraten.

    Ich würde sagen 20 bis 30mA sind schon richtig für den gesunden Betrieb ohne Verzerrungen.


    Vielleicht wurden die Potis schon mal gegen "falsche Werte" getauscht so das jetzt

    mit deinen neuen Potis der Regelbereich viel zu groß ist.


    Eigentlich ist der Regelbereich der Ruhestrom Einstellung so vorgesehen das man nicht

    unvorsichtig in zu hohe Ströme regeln kann.


    Normalerweise würde man den Regelbereich so auf 0 bis 50~60 mA auslegen

    damit wenn man unvorsichrig am Poti dreht man nicht die Transtoren aus Versehen beim

    Abgleich killt.


    Darum hatte ich geschrieben die beiden Werte der alten Potis "auszumessen" damit die Endstufe

    nicht gekillt wird.


    Ich tippe mal das die Endstufe bestimmt funktioniert ohne Vorverstärker und Klangreglung.


    Für die Schiebepotis Ersatz zu finden ist nicht so einfach vor allem der Lautstärkeschiebepoti

    mit 2 Mittelanzapfungen dürfte schwer zu beschaffen sein.

    Ein Poti ohne Mittelanzapfungen wird die gehörrichtige Lautstärkeanhebung außer Betrieb setzen.

    Es müsste aber auch funktionienen leider nur im Linearbetrieb ohne Anhebung.


    Wenn alle Stricke reißen

    man kann Potis in eine kleines Ultraschallbad für Brillen oder Schmuck

    mit der Kontakt 60 Flüssigkeit aus der Spraydose in den Schall-Behälter sprühen

    dann Poti in den Schallkorb

    legen und mal einige Zeit mit K60 durchschallen.

    Das wirkt Wunder!

    Hinterher mit Kontakt WL reinigen und etwas K61 neu behandeln.


    Diese Schiebepotis lassen sich auch zerlegen zum reinigen

    dazu müssen die Nieten aufgebohrt werden

    und man braucht hinterher M2 Schrauben mit Mutterm zu wieder verschließen.

    Meistens ist da eine versilberte Schleifbahn und eine Kohleschicht Schleifbahn vorhanden

    und ein versilberter Schleifer die versilberten kann man so vorsichtig reinigen.


    Andreas

  • Vielen Dank auch für diese Infos.

    Ich habe nun mit, für mich dem einfachsten angefangen.

    Habe auf die schnelle den Schiebepoti ausgelötet und durchgemessen, ich finde es ist unauffällig. Vielleicht erkennst Du ja mehr als ich es konnte.

    Das Video darüber ist hier zu Streamen


    Habe es nach dem Messungsvideo noch mit dem Kontaktspray (Siehe Anhang) eingesprüht, ich habe nur dieses zur Hand, hat immer gut geholfen bei kratzenden Potis.


    In der Tat ein Ersatzschiebepoti ist so gut wie unmöglich genau in den Maßen zu finden.


    Ich kann die Zusammenhänge , so wie Du es hervorragend kannst, aufgrund fehlendem Fachwissen nicht erkennen.

    Ich kann aber gerne Anleitungen gut befolgen, was ich austauschen/prüfen sollte etc.

    Das mit dem externen Einspeisen der Endstufe, wüsste nicht wo ich diese Quelle hernehmen sollte, evtl. Kopfhörerausgang von einem x beliebigem Gerät?


    Gruß

  • Ein Update:


    Habe mal den Schiebepoti per Kabel provisorisch wieder angelötet, um die Lötösen auf der alten Platine zu schonen.

    Testbetrieb, nichts hat sich verändert., es krächszt und die Feinsicherungenbrenne nach ne Weile durch, die 2N3055 erhitzen sich sehr.

    die 12 V sind stabil würde ich sagen, 11,88V und 12,22 V

    Dann den Vorverstärker, Regler alles abgekoppelt und direkt die Eingänge am Endverstärker, Per Chinchanschlüssen vom Tapedeck direkt ohne Vorwiderstand eingepeist.

    Es ist zwar relativ leise aber dennoch laut genug um zu hören das die Endstufe immer noch krächzend aus den Lautsprechern klingt. Anscheinend doch was an der Endstufe


    Ich denke ich lass das Ding einfach in Ruhe, stelle es zu den anderen ab.

    Der Zeitaufwand steht nicht mehr im Verhältnis, habe schon viele wichtigere Sachen aufgeschoben.

    Bei 38 grad im Dachgeschoss sich damit noch weiter beschäftigen, ohne das da irgendwas vorankommt, macht keinen Sinn.

    Evtl. liegt es an der 230V oder es könnte alles mögliche sein.

    Einmal editiert, zuletzt von krockie ()

  • Update:

    habe nochmal auf die schnelle etwas getestet, hatte mich gefragt ob denn die Lautsprecher evtl. kaputt gegangen wären.

    Nun, es scheint so zu sein, habe diese an einem funktionierendem Telefunken Versärker probeweise angeschlossen.

    Es krächzt genau so, die anderen Lautsprecherboxen am selben Verstärker laufen einwandfrei. (Siehe auch Videolink)

    Was kann ich daraus schließen?

    Dass der alte Verstärker die Lautsprecherspulen beschädigt hat?


    Videolink vom Testvideo

  • Sieht so aus das der Lautsprecher geschrottet wurde.


    Könnte aber sein das die Sicken vom Tieftöner schon vorher auseinander gefallen sind

    dann hat die Schwingspule am Magneten gescheuert oder der Isolierlack der Schwingspulen

    ist verkocht und die Spule hat jetzt einen Kurzschluss.


    Daher mein Tip weiter oben mit der 12V/21Watt Autolampe damit schützt man den Lautsprecher.

    In DDR Boxen war das ab Werk in der Weiche verbaut.


    Die Schaltung des Merkur Verstärkers hat keine echte Schutzschaltung mit Relais die

    Gleichspannung oder Rechtecke am Ausgang verhindert.


    Der Verstärker bekommt aus dem Netztrafo 2x 20V Wechselspannung an den Gleichrichter

    da dürften so um die +/- 28V bis 30V anliegen.

    Die Absicherung ist mit 2x 2Amp Träge

    d.h 1 Amp für jeden Kanal viel mehr wie 10 Watt Sinus Leisung dürfte der Verstärker nicht

    liefern.

    Vermutlich kommen beim übersteuern Rechtecksignale aus dem Ausgang das killt dan auch

    die Lautsprecher.


    Hier ist eine Siemens Appikation aus den 70ern

    zu sehen:

    https://dl4cs.de/audio/power-amps/siemens-60w/index.htm

    Da ist eine "Schutzschaltung" für die Endstufentransitoren eingefügt.


    Was mir jetzt noch einfällt ist der BC148 der da am Kühlkörper sitzt als Thermofühler

    zur Ruhestromstabilisierung vielleicht verhält sich der Transistor merkwürdig.


    Diese Bauform BC148 und BC157 hat früher gerne Aussetzerscheinungen gehabt.

    Da sind früher schon mal die "Beine" aus dem Gehäuse gefallen oder das Gehäuse war "offen".


    Wie in der Schaltung zu sehen ist sind die vier Stück BC157 am Eingang R&L

    schon mal gegen einen Ersatztype getauscht worden der nicht Pin Kompatibel ist.

    Vermutlich war da schon mal etwas defekt.


    Andreas

  • Vielen Dank auch für diese Infos.

    Sehr schade und äußerst bedauerlich dass die schönen Lautsprecher von Philips nun im Eimer sind :rolleyes: , diese gehörten original zu dem Plattenspieler Philips Stereo 661 von 1976. Die Sicken etc. an der Anlage waren noch Top, die Mechanik hatte ich auch noch überholt gehabt siehe auch Fotos. wirklich sehr sehr schade :wacko:. Dummheit muss eben bestraft werden oder wenn man keine Ahung hat und dabei geht und dann auch noch die schönen Lautsprecher opfert... Ich hätte den Ratschlag des Meisters mit der 21W Lampe gleich zur Anfang beherzigen sollen.


    Zurück um Thema.

    es liegen am Gleichrichter 2 x 26V AC an und an den Siebelkos 34,3V DC

    Das mit der Glühlampe (12V/21W) habe ich durchgeführt, so spielt die Anlage perfekt ab Lautsprecher aus dem Fundus (3/5Watt 8Ohm)

    Auch kein Kratzen beim verschieben weder Lautstärkereglerpoti noch die anderen Höhen/Bässen. Den LS-Poti könnte ich ja guten Gewissens wieder auf die Platine löten. Siehe 1. Videostream

    Nach einer Weile allerdings leuchtet die Lampe extrem hell, es blendet schon sehr, beide Kanäle. Siehe letzten beiden Videostreams

    Die Kühlkörper werden kaum warm.


    Schön und gut, ich habe dennoch nicht viel verstanden, muss ich jetzt einen 21 Watt Leistungswiderstand mit fetten Kühlkörpern zwischen beiden Kanälen einlöten damit der Verstärker genutzt werden kann?


    Der BC148 am Kühlkörper, die Durchmessung war ja unauffälig gewesen, die könnte ich natürlich auch tauschen, das wäre ja eine Kleinigkeit, ob es dann ohne Lampe laufen wird?

    Ob die BC157 gegen einen Ersatztypen getauscht wurden kann ich nichts zu sagen, ich weiß ja nicht wie die originalen ausgesehen haben, darüber bist Du ja als Meister seines Faches Experte. Ich hatte diese aber schon ausgebaut und durchgemessen, war nichts auffäliges zu messen. Habe Foto gemacht, an der Aufschrift kannst Du als Meister evtl. erkennen ob das die richtigen Ersatztypen sind.


    Wie schon erwähnt, Transistoren kann ich natürlich auch noch austauschen, womöglich habe ich noch welche in meinem Uralten bescheidenen Bauteilelager das überall im Haus verstreut ist. z.B. die 2N3055 habe ich die Tage zufällig entdeckt , habe noch 2 von Motorola und einige von anderen Herstellern, vermutlich aus den 80ern oder noch früher. Wie gesagt liegen bei mir überall verstreut, Im Stall, in verschiedenen Zimmern Oben im Keller usw. Ordnung war noch nie meine Stärke.

    Habe in den 80ern sehr viel mit E-Technik Studenten abgehangen.

    Für einen Studium war ich damals zu blöd, danach zu alt.

    Ich habe von denen immer was geschenkt bekommen an Bauteilen und das erste Lernbuch über Elektronik, so konnte ich im stillen Kämmerlein Tage, Monate, Nächte um die Ohren schlagen mit den Grundlagen und einfachen Schaltungen wie Flipflop, Ampelschaltungen etc. nachzubauen, selbst Platinen belichten, ätzen, bohren und bestücken habe ich von denen gelernt gehabt.

    Damals haben wir alle uns ein Labornetzteil (30V/5A) Stufenlos regelbar mit anologen Anzeigen) selbst gebaut, mit Platinen belichten, ätzen usw. mit 2x 2N3055 Transistoren.

    Meines lief natürlich nicht, Fehlersuchen war ich zu unwissend, die haben es dann aber gefunden, eine Z-Diode war defekt. das Labornetzteil nutze ich heute noch

    Das liegt aber schon mittlerweile gut ein halbes Jahrhundert zurück. Die meisten sind schon in Ruhestand.


    Zurück ins 21 Jahrhundert.

    Soll ich nun alle von dir in Verdacht stehenden Transistoren bei Gelegenheit tauschen?

    Oder was empfiehlst Du nachdem Du die Videos gesehen/gehört hast?


    Gruß


    Videolink 1


    Videolink 2


    Videolink 3

  • Aber die 2 Amp Sicherungen werden im Betrieb nicht mehr zerschossen und

    die Schieberegler krachen auch nicht mehr.


    Vermutlich hat der Philips Lautsprecher schon ganz am Anfang einen Knacks weg bekommen

    wo einer der Emitterwiderstände vom 2N3055 geraucht hat.

    Vermutlich hat da schon ein 2N3055 die halbe Betriebsspannung auf Durchgang geschaltet.

    Der Philips Lautsprecher ist mit 4 Ohm / 6 watt angegeben.


    Leider ist das Lautsprecherchassis nun defekt aber vielleicht tauchen auf Kleinanzeigen oder am Flohmarkt was auf.

    Sonst könnte man vielleicht 2 andere ähnliche gleich große Chassis in Boxen einbauen um die zu retten.


    Die 4 Stück sind 2N4125 statt BC157.

    Der BC 157 hat die gleiche Gehäusebauform wie der BC 148 am Kühlköper.

    Ich würde sagen die wurden früher schon mal erneuert und ich würde die

    in der Schaltung belassen.


    Die auch jetzt verwendeten Lautsprecher sind meines Erachtens von der Belastung her viel zu schwach.


    Der Verstärker hat vermutlich ansich vermutlich nur 10 Watt Sinusleisung könnte aber 20 Watt

    Musikleistung Impulsleistung liefern können sieht man sehr schön wie die Autolampe 12V/21Watt

    zur Lichtorgel wird bei höherer Lautstärke.


    Ich würde daher eher so mindestens 2 Wege 35Watt Regalboxen verwenden

    für den Dauerbetrieb.


    z.b solche zeitgenössischen RFT B9251 Boxen die gibt es sehr oft für kleines Geld zu kaufen da die nussbaum Gehäuse

    heute nicht mehr so gefragt sind.

    https://www.radiomuseum.org/r/fernm_leip_b9251b_925.html

    Aber vor dem Kauf anschauen ob die Sicken noch in Ordnung sind.


    Andreas

  • Moin Meister Andreas,


    vielen Dank für all die Infos und die Anleitungen.


    Dank Deiner unermüdlichen Anteilnahme und Kompetenz wäre dieser Fall nun glücklich abgeschlossen.

    Völlig richtig erkannt, habe die Philips LS wohl gleich zur Anfang durch eigene Dummheit zerschossen gehabt.

    Wie Du auch sagtest, solche ähnlichen Lautsprecher bekommt man für kleines Geld hier und da.


    Ich werde es dann wieder zusammenbauen und zu den anderen Gerätschaften legen.


    In Dauerbetrieb werde ich es nie nutzen, vielleicht mal um alte Plattenspieler ohne eigenen Verstärker direkt darüber in Betrieb nehmen.

    Ich bin von den getrennten Eingängen für Magnetische und Kristalltonabnehmer immer noch angetan. Das kannte ich bisher nicht, vielleicht ist es auch nichts besonderes, für mich schon.


    Hat mir recht viel Spaß und Freude bereitet, unter Deiner fachmännischen Anleitungen wieder mal den Lötkolben einzusetzen. Habe schon lange nicht so umfangreich ab- und angelötet gehabt.


    Nochmals, ein herzliches dankeschön dass Du Dich selbstlos der Sache angenommen und Deine Freizeit geopfert hast.


    Bleibe gesund und wohlauf!


    Gruß