Philips VR2324 Video 2000-Recorder reagiert auf keine Tasten mehr

  • Ich habe mir vor ein paar Wochen einen Philips VR2324 Video 2000-Recorder zugelegt (davon hatte ich als Kind immer geträumt, mein Video-Zeitalter hat dann aber erst Jahre später mit VHS begonnen). Das Laufwerk habe ich mangels Kassette noch nicht ausprobieren können, doch alle anderen Funktionen hatte ich gleich getestet, und alles hat tadellos funktioniert: die Uhrzeit-Einstellung, die SCART-Ausgabe am TV, der Analog-Tuner, das Öffnen und Schließen des Kassettenfaches und die Timer-Einstellung.


    Jetzt war ich drei Wochen auf Urlaub, und als ich den Recorder nun wieder an den Strom angeschlossen hatte, war auf den ersten Blick alles normal - doch seither reagiert das Gerät auf keinen Tastendruck mehr!
    Die zuletzt eingestellte Uhrzeit blinkt wie erwartet (auch das Laufwerk macht beim Strom-Anschließen das erwartete Geräusch), doch der SET-Knopf bewirkt nichts, und auch sonst passiert nichts beim Drücken irgendeiner Taste (auch der Ein/Aus-Schalter links unten bewirkt nichts).


    Was kann die Ursache dafür sein?
    Kann man den Recorder irgendwie "resetten"? Leider habe ich keine Bedienungsanleitung.


    Ich hoffe, das Ding ist noch zu retten, der Recorder ist nämlich äußerlich sehr schön erhalten...


    P.S. Eine Reparaturanleitung für den VR2324 gibt es im Netz, z.B. hier (auf "Get Manual" klicken).


    P.P.S Da das meine erstes Posting ist eine kurze Vorstellung meinerseits: ich heiße Robert, bin Jahrgang 1973, komme aus Wien und bin von Beruf Software-Entwickler. Meine Elektrotechnik-Grundkenntnisse reichen für einfache Lötarbeiten und einfache Messungen mit dem Multimeter. Mein Hauptinteresse gilt alten Computern, mein Lieblings-Gerät ist derzeit der Schneider Euro PC.

  • In dem Manual, was man in dem von dir verlinktem Manual findet, schau mal auf Seite 8, Sektion A231. Da ist ein Stützaccu 1,2V eingezeichnet. Der dürfte mit ziemlicher Sicherheit platt sein und kann dann solche Fehler verursachen. Den wirst du nicht mehr bekommen, weil Cadmium haltig. Kann man aber durch eine handelsübliche 3V Lithiumzelle (z.B. CR2032 in der Printversion, also mit Beinchen zum Einlöten) und eine Diode 1N4148 in Reihe dazu ersetzen. Die Diode so einlöten, dass die Zelle ihre Spannung ins Gerät einspeist, das Gerät sie aber nicht laden kann.

  • Vielen Dank, das ist mal ein guter Ansatz! Dann werde ich mal bei Gelegenheit den Recorder öffnen und nach dem Akku suchen - wenn der auslaufgefährdet ist, dann gehört der sowieso schleunigst entfernt.


    Vermutlich ist das Gerät lange nicht in Betrieb gewesen, und jetzt hat meine Inbetriebnahme dem Akku den Todesstoß gegeben. Ich hoffe nur, er ist nicht ausgelaufen und hat die Leiterbahnen beschädigt.


    Vielleicht gibt es ja bei Conrad eine Knopfzellenhalterung mit passendem Pin-Abstand, das wäre natürlich eleganter als das direkte Einlöten. Aber erst mal muss ich den Recorder öffnen und die Lage erkunden, dann sehen wir weiter.

  • Der muss nicht ausgelaufen sein, meistens hat der keinerlei Kapazität mehr: Im ausgeschalteten Zustand misst du dann direkt am Accu 0,0x Volt. Es gibt auch Knopfzellenhalterungen, welche man natürlich auch bestücken kann. Dann tut es auch eine gewöhnliche Lithiumbatterie. Wichtig ist aber die Diode. Der V2000 ist dafür ausgelegt, dass dort ein Accu bestückt ist, den will er laden. Das darf er aber bei einer Lithiumzelle nicht, sonst knallt es. Deshalb die Diode, damit die Lithiumzelle nicht geladen wird.

  • So, den Akku habe ich schon gefunden. Ausgelaufen ist er nicht, aber ich habe nur 0.41V gemessen - das wird wohl zu wenig sein. Und das könnte wirklich das erwähnte Fehlverhalten verursachen?


    Das Öffnen des Gehäuses war übringes kinderleicht, man muss nur hinten drei Schrauben entfernen. Schwieriger wird es für mich allerdings sein, die vorne befindliche Platine (also jene mit dem Akku) auszubauen.


    Der Pin-Abstand des Akkus beträgt ca. 17 mm (wobei das breite Pins sind, also "Schlitze" in der Platine statt Bohrlöchern).


    Jetzt zeigt die Uhrzeit übrigens 0:00 an - vielleicht weil ich mit der Schiebelehre die Pins berührt habe. Das war wohl der von mir gewünschte "Reset", geändert hat sich aber ansonsten nichts.


    Noch eine Frage: wäre es nicht sinnvoller, eine LR44-Knopfzelle mit 1.5V zu verwenden? Dafür gäbe es sogar eine Halterung mit 18.65 mm Pin-Abstand. Oder wäre CR2032 aufgrund der längeren Haltbarkeit sinnvoller?

  • Stelle bitte mal ein Foto vom Laufwerk rein.
    Mich interessiert besonders die Halterung von der Andruckrolle.
    Habe vor längerer Zeit mal einen bekomme wo die Rolle komplett fehlt.


    Kassetten habe ich da (ganz viele)


    Mit freundlichen Gruessen Video6

    DasGeld liegtauf der Strasse .-) man muss es nur mitnehmem :-))

  • Video6 : wenn es mir gelingt, die Abdeckung des Kassettenfaches zu entfernen, kann ich gerne Fotos davon machen.


    StefanK : alles klar, dann also eine 3V-Zelle. Kannst du mir bitte noch kurz skizzieren, wie die Diode in Serie geschaltet werden soll, damit der Ladestrom blockiert wird? Z.B. mit folgender Notation:
    [ + Batterie - ] [ | Diode ]
    (wobei das | bei der Diode für die markierte Minus-Seite steht).
    Mein Elektronik-Verständnis ist nämlich ziemlich beschränkt...


    Und das war/ist bei solchen Geräten wirklich üblich, dass der Stützakku-Strom auch für den laufenden Betrieb benötigt wird? (Und nicht nur für das Merken der Uhrzeit und der gespeicherten Programme bei fehlendem Netzstrom).

  • Du könntest auch eine normale NiCd oder NiMh Zelle reinbasteln. Dann brauchst keine Diode. Zumindest NiMh sollte es doch noch geben. Sowas z.B.
    https://www.conrad.at/de/spezi…l?sc.ref=Search%20Results
    https://www.conrad.at/de/knopf…mah-12-v-1-st-251541.html


    Achtung ich weiß nicht ob es da beim 2000er nur eine Zelle war, also 1,2V Nennspannung, oder mehrere in Serie. Es sieht mir eher wie eine einzelne aus, also 1,2V. Aber das sollte im Servicemanual stehen oder auch am alten Akku.

  • 1,2V steht im Schaltbild. Ist durchaus eine Alternative. Vor dem Einbau aber kontrollieren, ob der noch funktioniert: Wenn der schon irgendwo zehn Jahre im Regal gelegen hat (die werden heute nämlich kaum noch verwendet) könnte der tiefentladen und damit in der Regel defekt sein.

  • Danke für all eure Tipps. Dann werde ich erst mal überprüfen, was bei ausgebautem Akku passiert - wenn da die Tasten weiterhin nicht arbeiten, dann brauchen wir erst gar nicht weiter zu überlegen. Irgendwie bin ich nicht sehr optimistisch, aber ich lasse mich gerne positiv überraschen.


    Ich muss aber erst probieren, wie ich die vordere Platine ausbauen kann, ohne Schaden anzurichten, das wird noch ein wenig dauern.

  • Zu meiner größten Überraschung habe ich das Problem nun beheben können! Und es lag nicht am Akku: es ist geradezu unglaublich, dass es etwas war, das man durch "Sichtprüfung" finden und beheben konnte.


    Als ich nämlich den Recorder gerade offen hatte und überlegte, wie um alles in der Welt ich die vordere Platine ausbauen soll, ist mir plötzlich aufgefallen, dass sich der eine Stecker (roter Pfeil) etwas schräg in der Buchse befand und etwas herausstand.
    Den habe ich wieder ordnungsgemäß eingesetzt, und dann hat der Recorder wieder korrekt funktioniert!


    Ich kann mir aber nicht erklären, wie sich dieser Stecker gelockert haben könnte, zumal ich den Recorder seit dem ersten Test weder geöffnet noch transportiert hatte, und der Stecker dürfte jetzt relativ fest sitzen.


    Egal, jedenfalls freue ich mich wie ein Schneekönig. Jetzt muss ich erst mal schauen, dass ich für weitere Tests eine Kassette bekomme (bevorzugt eine silberne BASF, die haben mir früher besonders gut gefallen :) )


    Video6 : das Demontieren der Abeckung vom Kassettenlift war mir vorerst zu heikel, daher hier erst mal ein Foto von vorne - ich hoffe, die gesuchte Andruckrolle ist hier zu sehen. Wenn nicht, dann kannst du mir evtl. Tipps geben, wie ich die Abdeckung demontieren könnte.

  • Hallo Berti


    Ich kenne mich zwar mit Video2000 nicht so aus , bin nach der Wende in VHS reingerutscht .Erst mal würde ich die Andruckrolle bzw. das Gummi davon reinigen. Es geht gut Isopropanol ( Spiritus) . Ist das Gummi noch nicht hart , brauchst du vieleicht keine neue Andruckrolle.


    MfG. Dietmar Klaus

  • Jetzt habe ich endlich Kassetten zum Testen bekommen, und ich kann erfreulicherweise vermelden: grundsätzlich funktioniert auch das Kassettenlaufwerk!


    Ich werde aber um die Reinigung der Videotrommel (und der Andruckrolle) wohl nicht herumkommen, denn das Bild zeigt helle Punkte sowie eine fallweise auftretende dickere horizontale "Störlinie" in der Mitte des Bildes - das deutet wohl auf Verschmutzung hin.


    Mich beunruhigt aber ein weiteres Problem: bei der Wiedergabe gibt es offenbar Probleme mit der Spurlage des Bandes - alle 10-20 Sekunden beginnt es vertikal zu zittern und wird schwarz-weiß, bis man fast nichts mehr vom Bild sieht, danach beruhigt es sich wieder vorübergehend. Manchmal bleibt das Problem aber dauerhaft bestehen, wobei es sich durch Neu-Einlegen der Kassette wieder beheben lässt.
    Kann das auch an den Verschmutzungen liegen?


    Die Aufnahmefunktion habe ich mangels geeigneter Signalquelle noch nicht getestet (mein Kabel-Provider hat vor kurzem das analoge Antennensignal abgeschaltet, und ich muss mir erst einen SCART-auf-HF-Adapter besorgen).


    Zur Reinigung des Videokopfes gibt es hier eine Anleitung und hier ein Video. Wobei im ersteren Link zu lesen ist, dass die Videoköpfe der Video 2000-Recorder noch viel empfindlicher sind als bei VHS und dass man als Laie (der ich ja bin, ich würde das zum ersten Mal machen) besser die Finger davon lassen sollte, was mich natürlich abschreckt...

  • Hallo Hallo Berti


    Bis du dir sicher, daß die Aufnahmen von den Kassetten sauber sind ? Mache erst mal eine Eigenaufnahme.
    Bei der Reinigung der feststehenden Köpfen und der Andruckrolle kannst du dem Video folgen. Wenn die Video-Köpfe schmutzig sind , hast du einen dauerhaften zu sehenden Fehler, meist von Rauschen , auch manchmal nur auf einer Bildhälfte.
    MfG. Dietmar Klaus

  • Bis du dir sicher, daß die Aufnahmen von den Kassetten sauber sind ? Mache erst mal eine Eigenaufnahme.


    Das hatte ich mir auch schon überlegt, ich habe aber keinerlei Info über die Aufnahmen (außer dass sie meinen Recherchen zufolge 1987 bzw. 1988 entstanden sind).
    Mir fällt aber auf, dass die Bildprobleme an bestimmten Stellen der Kassetten stärker und an anderen schwächer sind - das habe ich mehrmals getestet, es hängt wirklich von der jeweiligen Stelle ab.


    Wie gesagt: die Aufnahmefunktion kann ich mangels einer HF-Signalquelle derzeit leider noch nicht testen.


    Bei der Gelegenheit noch eine Frage, da ich leider keine Anleitung für den Recorder habe: laut den technischen Daten müsste der SCART-Anschluss des Recorders auch als Eingang verwendbar sein (die Verbindung zum Fernseher muss dann natürlich über das Antennenkabel erfolgen). Wie kann ich den SCART-Eingang als Eingangsquelle wählen? Dann könnte ich nämlich eine Testaufnahme durchführen.


    Und noch ein Problem, das mir Sorgen bereitet: fallweise - auch das ist von der Stelle auf der Kassette abhängig - werden die Bildstörungen so schlimm, dass die Wiedergabe langsamer (!) wird (auch der Ton wird tiefer), und dann schaltet sich der Recorder ab - vermutlich eine Notfall-Automatik des Recorders, um Schäden zu vermeiden. Kann auch sowas durch eine völlig verstellte Spur verursacht werden?

  • Nachtrag: die Aufnahmefunktion via SCART konnte ich jetzt doch testen, und leider schaut das Bild der eigenen Aufnahme genauso schlecht aus.


    Das von mir gepostete Foto täuscht ein wenig, das Bild ist leider nur sehr selten so gut wie auf diesem Foto (es hängt wie gesagt von der Bandstelle ab).


    Was meint ihr, reicht da eine Reinigung, oder dürfte das Gerät weitere (gröbere?) Probleme haben?

  • hast du den Bandlauf kontrolliert also nicht das das Band nach oben oder unten wegläuft. Bleibt der Ton immer gleich leiern oder so?


    Video 2000 hat auch ne andere Art das Tracking zu regeln. DTF (Dynamic Track Following)


    Grundigs hatten Schleifer und Phillips ne Lichtschranke auf der Trommel oben.


    nicht das da was faul ist


    Meine Geräte waren leider schon sehr lange nicht mehr in Betrieb die muss ich selber erst mal checken bevor ich sie einschalte.(Accu/ Netzkondensatoren)


    steht bei mir aber sehr weit hinten auf der Prioritätenliste

    DasGeld liegtauf der Strasse .-) man muss es nur mitnehmem :-))

  • Hi.


    Nur eine saubere Mechanik arbeitet sauber....


    Ich nehme mal dreist an das es sich hier nicht um ein Direktantrieb handelt (Ich kenne das System V 2000 nicht).


    Sind denn die Riehmen straff genug? Ist die Rutschkupplung noch gut?


    Ich habe bei meinem VHS die Trommel immer mit Isopropyl gereinigt. Dabei habe ich den Alc auf ein Taschentuch geträufelt und mitunter 20Minuten lang die Trommel mit zwei Fingern gedreht wobei ich das Taschentuch gegen die Bildtrommel gedrückt habe - natürlich mit SANFTEM Druck!
    Das Tuch war bei mir nie vollständig nass, sondern nur "stark feucht". Ein sauberes Bild ist nur dann gewärleistet wenn die Trommel an ihrer Seitenfläche (Bandlauffläche) 100%tig sauber ist. Es reicht nicht, nur die Lese/Schreibköpfe zu reinigen.
    Reinigungkasetten sind nur bedingt tauglich. Diese sollte man wenn überhaupt, alle 80 Std. anwenden damit sie wirksam sind.


    Was ist mit der Kasette? Ist die denn OK (Gehäuse verzogen?) Im Zweifel mal ne andere nehmen....


    Thema Andrucksrolle.....


    Ist die glatt und spiegelig? Ist sie porös oder gar uneben? Wenn JA, raus damit und ne neue rein....
    Capstanwelle ist sauber?


    Tzz, ich wieder mit meinen Ideen.....


    Gruß
    Horst